Archiv der Kategorie: Maltechnik-Reflexionen

… mit System …

Zeichnen mit System. Eine Erinnerung an die Semester GrafikDesign an der HdK-Berlin – lang ist`s her – mal sehen, an was ich mich noch erinnere und was mir neu dazu einfällt. WAS und WIE kann man zeichnen, den Stil reduzieren, beeinflussen, damit es … wird …

Größenverhältnis – Kleines groß und Großes klein (ein Mensch klein auf einem Riesenlaptop stehend)

Farbe betont – alle Figuren schwarz-grau, ein roter Luftballon schwebt herbei
alle Menschen schwarz-grau – eine/r bunt

Richtung – alles bewegt sich in eine Richtung – eine/r in die andere (re-li, oben-unten, re-oben …)

Massiv/schwer – zart/leicht Gewicht und Feder, kleiner Vogel und riesige schwarze Wolke

feingliedrig – massiv feines Gras – dicker schwerer Rasenmäherroboter …

schnell – langsam das is aber schwierig …

Duoton – Nur Linienzeichnung/Grafik und eine Farbe dazu oder Grauton (wie die Feuerwache Wustrow); das kann der Schatten sein, muss aber nicht

farbige(r) Schatten, sonst nur Linie (Grafik)

Blätter statt Skizzenbuch…

Immer wieder das Thema „Skizzenbuch“. Wenn es mir so schwer fällt, eines zu führen, dann hat das vielleicht einen Hintergrund?… Ich arbeite nun mehr projektorientiert zu verschiedenen Themen, parallel. Dazu arbeite ich auf unterschiedlichem Papier. Die Arbeiten entstehen oft sehr zeitversetzt, ich lege sie aber nebeneinander, variiere, sortiere… das geht nicht mit Skizzenbüchern. Die Weihnachtsblätter 2019 sind auf braunen (Entschuldigung „Cappuccino“Papier 😉 entstanden, meine Cartoons zu digitalem entstehen so nach und nach und die sammle ich extra…Also, Stand der Dinge ist „Sammelmappen“ (Zeichenmappen Hardcover oder einfach nur Pappdeckel/Jurismappen zu meinen Themen. Zu Anlässen suche ich mir einzelne Arbeiten heraus und präsentiere in PräsentationsRingbüchern mit Folie.

 

Der Schwertschlepper

Irgendwie sind ganz wichtige Informationen in den letzten Jahren an mir vorüber gegangen… 😉 Im Hamburg-Workshop habe ich ihn kennen und schätzen gelernt.

Was ist ein Schwertschlepper?

oder

oder

Guckst du hier (keine Werbung, nur ein Hinweis 😉

Japan liegt in Schöneberg

Der Preppy ist mein Lieblingsfüller. Mit schwarzer wasserfester Tinte und sehr feiner Feder zeichnet er … immer! Ohne Aussetzer! Wie fand ich ihn? Über Instagram fand ich einen Sketcher, der Häuser zeichnet, fragte auf Englisch an, womit das gezeichnet sei, tagelang hin und her, er nannte die japanische Marke (Platinum), ich bestellte das Original in Japan nach vergeblicher Recherche in Berlin… 3 Wochen Wartezeit – Päcken schön japaisch beschriftet – dann Begeisterung!!! 2 Tage später aber normaler Büroeinkauf in einem bekannten Schul- und Bürobedarfsgeschäft in Berlin-Schöneberg, dort neben der Kasse… ein bunter Aufsteller-Karton mit Preppy-Füllern in vielen bunten Farben…

Aber… die Verkäuferin wusste gar nicht, was sie da hat („Ach, wasserfeste Tinte?“).

Einfach…machen…

Neulich bei Twitter in einem Werbeblock aufgeschnappt (so ähnlich): „Mache, was du kannst, da wo bist, mit dem, was du hast.“ Was heißt das nun für das Zeichnen? …
Weg vom Perfektionismus… einfach machen, eben. Zeichnen, so, wie ich es kann (in der Art, wie ich es schnell umsetzen kann – linear, farbig, Umriss oder Fläche, karikativ oder naturalistisch…) da, wo ich gerade bin (im Café, an der Ampel, bei Warten auf die U-Bahn…), mit dem, was ich gerade habe (Kuli, Bleistift, Notizblock, Heft, Skizzenbuch…). Eben NICHT immer mit der ganzen Ausrüstung perfekt unterwegs…. (geschrieben, gedacht, überlegt, vertieft nach Hamburg-Zeichenkurs…)

 

Die Linie – Tempelhofführung

 

Reduktion auf die Linie. Ein Schnappschuss während einer Führung im ehemaligen Flughafen Tempelhof als lineare Grafik ausgeführt. Mit dem Leuchtpult übertragen, mit dem Preppy-Füller gezeichnet. Gerade so Umrandungen der Figuren waren ersichtlich – aber wie viel Binnendétails will ich haben? Schatten – nein, das war klar. Falten, eigentlich nein, nur in der Outline, habe ich aber nicht 100% durchgehalten um das Motiv noch erkennbar zu halten, Einige schwierige Einzelentscheidungen. (Da war mal ein Artikel im Tagesspiegel über einen Zeichner/Grafiker, der ähnlich stark reduziert arbeitet, komme aber leider nicht mehr auf den Namen; eher großformatig, Personen, Szenen… sehr beeindruckend).

Alles eine Linienstärke (Preppy-Füller etwa 0,1 mm).  Entscheidung: Figuren durchgezogene Liniene, Hintergrund der Steinmauern angedeutet mit unterbrochenen Linien, angedeutete Perspektive.

Brushpen und Füller

Den Brushpen habe ich immer dabei. Das ist ein Pinsel mit Wassertank für unterwegs. Einerseits kann man damit natürlich im Malkasten arbeiten, wasservermalbare Farbstifte vermalen – am besten gefällt mir im Moment aber das Vermalen von Füller- oder Calligrafie-Zeichnungen. Die Tinte ist wasserlöslich.

Zunächst zeichnet man mit Füller oder Calligrafie-Füller. Dann geht man mit dem Brushpan an den Linien entlang, so entstehen Schatten, Volumen…. Viel Zufall und Unberechenbarkeit! Aber das macht es auch aus. Das bleibt alles „gerne“ schwarzweiß bei mir. Das Papier sollte dann schon stabilieres zeichenpapier sein. Aquarellpapier eignet sich nicht für den Füller/Calligraph.

Übliche farbige Fineliner lassen sich auch vermalen, aber die fließende Farbe ist dann oft überraschend anders als die Schreibfarbe.

PItt -Stift und Druckerfarbe

Ur-Skizzen scanne ich oft ein und drucke sie auf verschiedenen Papieren aus. So kann ich Variationen von einer Zeichnung machen. Colorieren der Ausdrucke mit Aquarell geht dann. Mit Pitt-Stifft aber – überraschenderweise – nicht. Die Stifte verwischen die Druckerfarbe. Scheint wohl am Lösungsmittel zu liegen, obwohl die Pittstift ja geruchsneutral sind.

Ewige Suche nach dem „richtigen“ Material…

Gerne zeichne ich mit dem Calligraphie-Füller, aber wenn er eintrocknet…. Der Lamy ist kaum wieder zu reaktivieren. Der Rotring, mein früherer Favorit, da muss mal ein neuer her. Herlitz hat auch einen guten, aber die Tinte fließt erst, wenn er gut eingeschrieben ist, hoffe ich. Die Kommentare im Online-Shop gehen von „toll“ bis „geht gar nicht“ igendwie bei jedem…

Egal welcher, man muss ihn oft benutzen und pflegen. Unvergleichbar aber der fließende Strich im Gegensatz zu einem Calligrafie-Edding. Jeder hat seine Vor- und Nachteile. Mit dem Edding-Calligrafie groß skizzieren und gleich mit Aquarell colorieren – cool.Feiner Skizze mit Ausdruck in der LInie mit dem Calli-Füller- schön.

Oje, gar nicht einfach in Berlin (! 3,5 Mio. Einwohner!) noch Geschäfte zu finden, wo mehrere vergleichbare Zeichengeräte verfügbar und vergleichbar sind (ich trauere meiner Studienzeit in den 90gern nach, Ebeling und am Zoo der Laden, am Fehrbelliner Platz…)